Kinder und Schwangerschaft

 

Reisen mit Kindern

 
Allgemeines Durchfallerkrankungen Sonne
Insektenschutz Reisekrankheit Malaria
Tollwut Unfälle und Erkrankungen im Wasser Reisen in grosse Höhen
 

Schwangerschaft

 
Risikofaktoren Fliegen Allgemeine Risiken
Impfungen  

Reisen mit Kindern

Allgemeines

Durchfallerkrankungen, Malaria und (Auto-, Bade-) Unfälle stellen die häufigsten Gefährdungen für die Gesundheit von Kindern dar. Kinder, welche Familienangehörige in den Tropen besuchen, sind besonders gefährdet, auch für Tuberkulose oder Darmparasiten. Dazu kommt, dass vor Verwandtenbesuchen weniger häufig reisemedizinische Beratungen in Anspruch genommen werden.
Eltern sollen ihre Kinder während der Reise genau beobachten. Erhöhte Reizbarkeit eines Kleinkindes kann ihre Ursache in der Zeitverschiebung haben, kann aber ebenso gut auch ein erstes Anzeichen einer Erkrankung sein.

 Durchfallerkrankungen

Kleinkinder haben wegen fehlender Abwehrstoffe und naturgemäss häufigen Hand - zu - Mund-Kontakten ein besonders grosses Risiko für Durchfallerkrankungen. Sie sind viel empfindlicher für Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) als Erwachsene. Bei nicht vermeidbaren Reisen mit Kleinkindern in abgelegene tropische Gebiete abseits der Touristenpfade empfiehlt es sich, Pulver zur Zubereitung von Rehydratationslösungen mitzunehmen.

Sonne

Lange Aufenthalte an der Sonne und speziell Sonnenbrand vor dem Alter von 15 Jahren haben ein häufigeres Auftreten von Melanomen zur Folge. Nahe am Aequator, in grossen Höhen und bei reflektierenden Flächen (Wasser, Schnee) muss ein wirksamer Sonnenschutz (mindestens SPF 20) aufgetragen und alle zwei Stunden erneuert werden, vor allem beim Baden.
Wenn zusätzlich Mückenschutz augetragen wird, reduziert sich die Wirksamkeit des Sonnenschutz um einen Drittel! Die Haut muss dann zusätzlich durch Kleidungsstücke geschützt werden. Kopfbedeckung und Sonnenbrillle sind weitere wichtige Schutzmassnahmen. Kleinkinder unter 6 Monaten dürfen der Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden und müssen sich strikt am Schatten aufhalten. Der übliche Sonnenschutz eignet sich nicht für sie.

Insektenschutz

Die Vorbeugung gegen Insektenstiche oder -bisse stellt einen wichtigen Faktor in der Prävention von durch Insekten übertragenen Krankheiten (Malaria, Gelbfieber, Dengue) dar. Im Freien sollen Kinder deshalb möglichst langärmlige Kleidung und gute Schuhe tragen. Kinderwagen und Betten ausserhalb klimatisierter Räume sollen mit Permethrin - imprägnierten Moskitonetzen geschützt werden.
Freie Körperstellen bei Kindern ab dem 3. Lebensmonat sollen regelmässig  mit Mückenschutzmitteln (mit mind. 30% DEET) behandelt werden.

Flugreisen

Ein vorschriftsmässiger, altersentsprechender Sitz im Flugzeug schützt das Kind vor Verletungen bei Turbulenzen oder heftigen Notlandungen. Gesunde Neugeborene und Kleinkinder ertragen Flugreisen ohne Probleme.
Der im Landeanflug entstehende Überdruck kann bei Entlüftungsstörungen des Mittelohrs zu starken Ohrenschmerzen führen. Saugen am Nuggi oder an der Schoppenflasche sowie Kaugummikauen bei älteren Kindern kann helfen, den Druckausgleich wiederherzustellen. Eventuell helfen auch abschwellende Schnupfentropfen.

Reisekrankheit

Schläfrigkeit, Übelkeit, Blässe und kalter Schweiss können Anzeichen von Reisekrankheit sein.Dagegen können Diphenhydramin (Benocten®, ab 2 Jahren) oder Dimenhydrat (Trawell®, ab 8 Jahren) versucht werden. Da viele Kinder auf solche sedierende Stoffe mit gegenteiligen Symtomen (Erregung o.ä.) reagieren, empfiehlt sich eine Testgabe vor der Reise.

Malaria

Anders als Erwachsene können Kinder viel eher schwere Krankheitsverläufe mit grosser Parasitenanzahl und schweren Komplikationen durchmachen.
Zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria bei Kindern dienen dieselben Präparate wie für Erwachsene. Die Dosierung wird dem Körpergewicht angepasst.
Ausnahmen: Doxicyclin darf bei Kindern unter 8 Jahren nicht angewendet werden, Malarone® nicht bei einem Körpergewicht unter fünf Kilogramm.

Tollwut

Jeder Kontakt mit unbekannten Tieren muss vermieden werden. Tierbisse sind sofort mit Seifenwasser auszuwaschen und  müssen einem Arzt gezeigt werden.

Unfälle und Erkrankungen im Wasser

Beim Schwimmen mit Kindern in tropischen Gebieten gelten natürlich die gleichen Vorsichtsmassnahmen und Aufsichtspflichten wie bei uns!
Verschiedene bakterielle (Durchfall!) und parasitäre Erkrankungen können beim Baden in unbekannten Gewässern übertragen werden.

Reisen in grosse Höhen

Vor allem kleine Kinder leiden eher an akuter Höhenkrankheit und zeigen häufiger schwerere Komplikationen als Erwachsene. Azetazolamid (Diamox®) kann zur Prophylaxe des akuten Lungenoedems verwendet werden.

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Schwangerschaft

Wenn eine Schwangerschaft besteht, soll gut abgewogen werden, ob die Reise nicht besser verschoben wird.

Risikofaktoren

In der Vorgeschichte der Schwangeren Fehlgeburt
Vorzeitige Wehen (Frügeburt)
komplizierte aktuelle Schwangerschaft
Mehrlingsschwangerschaft
Alter >35J und erste Schwangerschaft
Grundkrankheiten: Durchgemachte tiefe Venenthrombose
Zuckerkrankheit (Diabetes)
Hoher Blutdruck
Lungenkrankheit (z.B. schweres Asthma)
Reiseziele: Grosse Höhen (> 3500 m, >2500m im letzten Trimester) 
Epidemiegebiete
Gebiete mit Chloroquin - resistenen Malariastämmen
Gebiete, für welche Impfungen mit Lebendimpfstoff nötig sind
(Gelbfieber!)

Fliegen

Der normale Flugverkehr stellt bis zur 36. Woche kein besonderes Risiko dar, aber reisen Sie lieber nicht allein.. Der beste Zeitpunkt zum Reisen liegt zwischen der 18. und 24. Schwangerschaftswoche, im letzten Trimester sollten Sie sich nicht mehrals etwa 500km von zuhause entfernen. Wählen Sie einen Gangplatz vor dem Quergang!
Wegen der Verletzungsgefahr beiTurbulenzen sollen Sie im Sitzen immer angeschnallt bleiben (Sitzgurt über dem Becken fixieren!), jedoch mindestens jede Stunde einmal aufstehen und herumgehen (Aktivierung Wadenmuskulatur wegen Thrombosegefahr) sowie auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten.
Die Strahlenxposition bei den Sichrheitskontrollen auf dem Flughafen ist klein; Sie können aber eine persönliche Durchsuchung verlangen.

Allgemeine Risiken

Das grösste Risiko auf Reisen stellen immer noch Unfälle mit Motorfahrzeugen dar. Auf dem Rücksitz sind Sie sicherer!
Malaria stellt eine besonders grosse Gefahr für Mutter und Kind dar. Reisen in Malariagebiete (vor allem dort, wo Resistenzen auf Chlorquoin auftreten) sind auf das absolut Notwendigste zu beschränken, der Expositionsprophylaxe (Aufenthalt im Innern, Mückenschutz, Kleidung) fällt ein grosses Gewicht zu. Die Prophylaxe mit Chloroquin ist in der ganzen Schwangerschaft möglich, mit Mefloquin auf das 2. und 3. Trimester beschränkt, Doxicyclin und Malarone® sind nicht zugelassen.
Durchfallerkrankungen können wegen der Dehydratation eine Gefahr für das ungeborene Kind bedeuten; auf strikte Nahrungsmittelhygiene ist unbedingt zu achten. Ein passiver Schutz mit Immunglobulinen gegen Hepatitis A ist zu überlegen; Hepatitis E ist bei schwangeren Frauen mit einem erhöhten Todesfallrisiko verbunden, eine Impfung existiert (noch) nicht.

Impfungen

Die Hälfte aller Schwangerschaften ist ungeplant! Halten Sie deshalb Ihren Impfstatus immer aktuell, da Impfungen während der Schwangerschaft ein grosses Risiko für das Kind bedeuten können. Impfungen mit inaktivierten Impfstoffen (Diphterie, Tetanus, Polio) sind nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung möglich; Lebendimpstoffe (Masern, Mumps, Röteln, Windpocken) während und 1 Monat nach der Schwangerschaft (Verhütung!) verboten. Die Gelbfieberimpfung ist bei absoluter Notwendigkeit in der Schwangerschaft möglich.


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